Kaouther Ben Hania: „The Voice of Hind Rajab“ für den Oscar als bester internationaler Film nominiert
Die tunesische Regisseurin Kaouther Ben Hania gab mit sichtlicher Rührung die offizielle Nominierung ihres Spielfilms „The Voice of Hind Rajab“ für den Oscar in der Kategorie „Bester internationaler Film” bekannt. Eine bedeutende Anerkennung, die sowohl ein engagiertes Werk als auch ein bereits außergewöhnliches Jahr für den Film krönt. Zudem ist der Film am Donnerstag, 22. Januar 2026, in den deutschen Kinos angelaufen.
In einer Nachricht, die sie in den sozialen Netzwerken veröffentlichte, gesteht die Filmemacherin, dass es ihr schwerfiel, diese Ankündigung zu formulieren, „ohne einen Moment inne zu halten”. Für sie gehört diese Auszeichnung vor allem Hind, „ihrer Stimme“ und „dem, was niemals hätte passieren dürfen und doch passiert ist“. Sie sieht darin auch eine Hommage an all diejenigen, die weiterhin daran glauben, dass das Kino ein Ort der Wahrheit, der Aufmerksamkeit und der Verantwortung bleiben kann, sowie an ihr Team, das dafür gelobt wird, das Projekt „mit Mut und Präzision“ vorangetrieben zu haben. Kaouther Ben Hania legte auch Wert darauf, Tunesien in diese Anerkennung einzubeziehen, und erinnerte daran, dass ihr Kino „weiterhin existiert, Widerstand leistet und spricht, auch wenn es unbequem ist“.
Diese Oscar-Nominierung folgt auf eine Reihe weiterer bedeutender Auszeichnungen. Anfang Dezember 2025 war The Voice of Hind Rajab bereits für den Golden Globe in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ nominiert worden, was die internationale Resonanz des Werks bestätigte.
Die Weltpremiere des Films, die im September letzten Jahres bei der 82. Ausgabe der Mostra in Venedig stattfand, hatte einen besonderen Eindruck hinterlassen. Kaouther Ben Hania gewann dort den Silbernen Löwen sowie mehrere Nebenpreise. Die Vorführung, die von internationalen Filmgrößen wie Joaquin Phoenix und Brad Pitt unterstützt wurde, wurde mit lang anhaltendem Applaus gefeiert.
Eine tragische Geschichte von universeller Bedeutung
Der Film erzählt die Geschichte von Hind Rajab, einer jungen Palästinenserin, die im Januar 2024 in Gaza getötet wurde, als sie um Hilfe rief, gefangen in einem Auto und unter dem Beschuss der israelischen Armee. Mit dieser erschütternden Erzählung liefert die Regisseurin ein humanistisches Plädoyer gegen den Krieg, gibt einer gebrochenen Unschuld eine Stimme und erinnert an die universelle Dimension des Leidens von Zivilisten in bewaffneten Konflikten.
Quelle: Kapitalis | Kaouther Ben Hania

